Konzeption für das „Fokus“

Ziele der Offenen Jugendarbeit

Jugendarbeit in der Gemeinde Bodelshausen will Heranwachsenden die Möglichkeit bieten sich selber zu erfahren und als Teil unserer Gesellschaft zu erfahren. Hierzu ist es wichtig Räume zur Verfügung zu stellen , in denen sie die Möglichkeit haben sich zu erproben. Da die Angebote der Jugendarbeit freiwillig sind, ist es für uns sehr von größter Bedeutung auf die Lebenslagen der Jugendlichen einzugehen.
Die Kooperation zu anderen Einrichtungen ist für die Konzeption des neuen Jugendhauses von besonderer Bedeutung. Da verschiedene Institutionen und Organisationen mit den gleichen Jugendlichen arbeiten, könnten alle von Kooperationen profitieren. Schon die räumliche Nähe des Jugendhauses zum Vereinsleben soll hierfür als Chance gesehen werden. Das Jugendhaus soll daher auch für alle Vereine und Institutionen nutzbar sein.
Um den Ansprüchen der Jugendlichen gerecht zu werden, müssen die Ziele einer Konzeption offen formuliert werden. Die Angebote des Jugendhauses unterliegen immer der Freiwilligkeit
des Besuchs und müssen sich regelmäßig neu ausrichten. Die Arbeit des Jugendhauses richtet sich dabei an alle Jugendliche. Ein ständiger Dialog mit den Jugendlichen ist Voraussetzung, damit die Angebote auf aktuelle Themen und Probleme abgestimmt werden können.

Zielgruppen

Hauptzielgruppe des Jugendhauses sind die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 25 Jahren. Die Angebote richten sich an alle interessierten Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrer sozialen oder nationalen Herkunft. Einzelne Aktionen für Kinder im Grundschulalter sind ebenfalls denkbar.

Angebote für Kinder und Jugendliche


Das Angebot für Kinder und Jugendliche gliedert sich in folgende vier Bereiche:

1. Offene Angebote (Regelöffnung)‏

Das offene Angebot meint die normale Öffnung des Hauses mit Cafébetrieb. Hier können Jugendliche frei und ungezwungen (abgesehen von der Hausordnung) Freunde treffen, Musik hören, Tischkicker spielen, Gesellschaftsspiele spielen, etc.. Hier ist auch die Möglichkeit gegeben sich selbst in die Organisation (Beispielsweise von Thekendiensten) und Gestaltung des Programms mit einzubringen. Gleichzeitig haben Jugendliche hier auch die Chance in ihren eigenen Belangen an uns heranzutreten.


2. Thematische / programmatische Angebote

Bei vielen Jugendlichen mangelt es nicht an Treffpunkten wie z.B. Vereinen, Verbände, Kirche oder privater Räume. Um diese Jugendlichen zu erreichen, bedarf es Angebote, die über die Regelöffnung hinaus gehen, wie z. B. Konzerte, Kino, etc.; Angebote speziell für Jungen oder Mädchen, erlebnispädagogische Angebote, wie Klettern etc.; Themennachmittage, oder spezielle Angebote für Jüngere.


3. Gruppenangebote

Während sich thematische Angebote speziellen Interessen widmen, stehen in der Arbeit mit Gruppen darüber hinaus die sozialen Bindungen noch mehr im Mittelpunkt. Eine lange Tradition hat dies in der geschlechtsbezogenen Jugendarbeit, wie auch in den unterschiedlichsten Bereichen von Sport und Spiel. „Fairplay“ und „lernen von Respekt“ sollen hier nur in Stichworten andeuten, was es heißt, sich in Gruppen auszuprobieren. Im Gegensatz zu den, offenen Angeboten verlangen die Gruppen einen höheren Grad der Selbstorganisation der Jugendlichen. Beispiele hierfür sind Mädchen- und Jungengruppen, Tanz-, Sport-, Kochgruppen, oder weitere Gruppen die das Jugendhaus mitgestalten wollen.


4. Partizipation / Mitbestimmung der Jugendlichen

Mitbestimmung ist ein fester Bestandteil der Jugendarbeit und zieht sich durch alle Bereiche. Angestrebt wird aber eine Mitbestimmung auf unterschiedlichen Verantwortungsebenen, die es den Heranwachsenden erlaubt, das Jugendhaus aktiv mitzugestalten, wie z. B.: Einteilung des Thekendienstes, teilweise selbst organisierte Feste oder ein gewählter Hausrat, der die Interessen der Jugendlichen vertritt. Schon vor der Eröffnung werden die Jugendlichen in die Gestaltung des Jugendhauses eingebunden.

Jugendarbeit braucht Kooperationspartner

Die Jugendlichen in Bodelshausen teilen sich den gleichen Sozialraum, wie Schule, Vereine und andere Institutionen. Durch eine Verzahnung zwischen den Institutionen, die die starren Grenzen auflöst, kann dem individuellen Bedarf Einzelner bestmöglich nachgekommen werden. Nur dann ist die Erreichbarkeit aller Jugendlichen gewährleistet.

Kooperationen beruhen immer auf Gegenseitigkeit. Genauso müssen die unterschiedlichen Ziele der jeweiligen Partner gewahrt und geachtet werden. Die Jugendlichen sind die gemeinsame Zielgruppe für eine Gemeinschaftsarbeit. Das Wohl der Jugendlichen hat speziell für die offene Jugendarbeit oberste Priorität. Die Ressourcen, die das Jugendhaus anderen Institutionen bieten kann, lassen sich in folgende drei Bereiche gliedern:

1. Angebote zur Unterstützung der Ziele anderer Institutionen

Neben pädagogischem Fachwissen, wie es beispielsweise zur Jugendleiterausbildung genutzt werden kann, bietet das Jugendhaus auch eine Plattform, um Projekte oder Veranstaltungen anderer Institutionen öffentlich zu machen. Die Erreichbarkeit der Zielgruppe wird dabei erhöht.


2. Infrastruktur

Einerseits ist die Bereitstellung der Räume für Kooperationspartner möglich, andererseits können auch Spiel- und Sportgeräte zur Verfügung gestellt werden. Die Nutzung von Küche oder Tischkicker sind hierzu eine kleine Auswahl an Möglichkeiten.


3. Gemeinsame Projekte

In gemeinschaftlichen Projekten können die Partner gegenseitig profitieren. Kooperationspartner wie das Gesundheitsamt oder die Bundesagentur für Arbeit können über das Jugendhaus ihre angestrebte Zielgruppe besser erreichen, beispielsweise bei Hilfestellungen für Bewerbungen, im Gegenzug bereichern sie das Angebot des Hauses.


Unterstützung durch die Bürger

Das Ansehen und der Erfolg des neuen Jugendhauses hängt stark davon ab, wie die Öffentlichkeit mit dem Haus umgeht. Um das Projekt gelingen zu lassen, ist es wichtig, Werbung für die Nutzung des Hauses zu machen. In einer Zeit in der die Jugendlichen sich in einem immer straffer organisierten Zeitplan zurechtfinden müssen und deren Freizeitleben immer weniger in selbstorganisierten Prozessen stattfindet, freuen wir uns über jeden, der sich auf das Abenteuer Erwachsen werden durch eigene Mitbestimmung einlässt.