Die Steinäcker-Schule in der Heisa
Am 18. Mai war ein ganz besonderer Tag für das Team der Heisa. Wir erwarteten die drei Gruppen aus den dritten Klassen der hiesigen Schule mit ihren Lehrerinnen zu einem Besuch.
Schon vor neun Uhr stand die erste der drei Gruppen vor unserer Tür, und für unser Team begann ein sehr schöner, aber auch intensiver Vormittag. Für mich persönlich ein ‚Schlüsselerlebnis‘ … – mit so vielen Kindern auf einmal hatte ich so noch nie zu tun.
Die Gruppe kam herauf und nahm auf den Treppenstufen Platz. Die gemeinsame Begrüßung „Guten Morgen, Herr Rabe“ löste bei mir Erinnerungen an meine Schulzeit aus (und die sind mit Verlaub schon etwas verblichen …).
Nach einer kurzen Begrüßung startete die Führung in zwei Gruppen. Eine Gruppe wurde von Renate Heilemann aus unserem Team, und als ehemalige Konrektorin bestens mit allen Fragen aus dem Schulalltag vertraut, in einen Schultag aus längst vergangener Zeit eingeführt. Die alten Schulbänke, die Schiefertafeln und die Griffel lösten Erstaunen, aber auch Heiterkeit bei den Schülern aus. Der Versuch, den eigenen Namen in Sütterlin-Schrift auf die Tafel zu schreiben, klappte mehr oder weniger gut, zeigte aber auch, wie umständlich es damals war, schreiben zu lernen.
Auch das Rechnen mit dem Abakus stellte eine weitere Herausforderung dar. Einen leichten Schauer dürfte dem/der einen oder anderen über den Rücken gelaufen sein, als die Funktion und Anwendung des Tatzenstocks vorgestellt wurde …
Interesse erzeugte auch das Harmonium in unserem Schulraum. Einige der Schüler konnten es kurz ausprobieren – nur die Zeit war viel zu kurz, alle mal an die Tasten zu lassen. Zu unserem Erstaunen fand sich ein Schüler, der Erfahrung im Klavierspiel hatte und ein paar Takte zum Besten gab.
Weiter ging es zu unserem Landwirtschafts- und weiter zum Handwerksraum, wo den Kindern gezeigt wurde, wie damals gelebt und gearbeitet wurde. Auch hier erlebten wir erstaunte Gesichter, waren aber auch von den sehr sachlichen Fragen aus den Reihen der Kids angetan.
Der erste Teil der Führung endete in unserem ‚50er-Jahre Wohnzimmer‘, wo unser Film vom Backhäusle in Oberhausen in Ausschnitten gezeigt wurde. Einige machten es sich auf den alten Sesseln gemütlich, andere setzten sich dahin, wo es Platz gab. Und viele wollten den ganzen Film anschauen, so sehr wurde das Interesse am Kneten von Teig und Backen im Holzofen geweckt.
Die zweite Gruppe war in der Zwischenzeit von Helmut Nill über unsere Strickmaschinen und deren Bedeutung für die Industrialisierung von Bodelshausen informiert worden. Auch hier erstaunte Gesichter und Fragen zum diffizilen Zusammenspiel von Nadeln und Fäden in einer Rundstrickmaschine.
Uns vom Heisa Team hat's unheimlich Spaß gemacht, uns den oft verblüffenden Fragen der Kinder zu stellen oder auf kleine ‚Provokationen‘ wie „schickst du uns nach Hause, wenn wir hier fertig sind?“ zu antworten.
Da kamen so viele interessierte Fragen, die wir versucht haben zu beantworten. Für jede Gruppe wäre die dreifache Zeit noch zu wenig gewesen …
Und die letzte Gruppe kam noch kurz in den Genuss unserer Jukebox – und bei ‚My Baby Balla Balla‘ ging die Party ab …
Immer wieder boten wir den Kindern an, dass alle herzlich eingeladen sind, uns während unserer OpenHeisa-Tage zu besuchen. Dann ist auch mehr Zeit für Fragen, Filme und Musik …
Letztendlich sind insgesamt sechs Gruppen von drei Teammitgliedern in drei Stunden durch die Heisa geführt worden. Auch für uns eine kleine Herausforderung, aber auch ein großer Spaß und eine sehr schöne Erfahrung.
Rainer Rabe



