Wissenswertes über Wespen und Hornissen

Sind Hornissen aggressiv und gefährlich?

Ein Hornissenstich ist nicht gefährlicher als der Stich einer Hummel, Biene oder Wespe.

Allergiker sollten allerdings vorsichtig sein. Dies gilt gleichermaßen für Bienen- oder Hummelstiche. Da Hornissen größer sind als Wespen, tiefer brummen und auch nachtaktiv sind, wecken sie bei vielen Menschen überzogene Ängste. Anders als die Deutsche Wespe oder die Gemeine Wespe sind Hornissen nicht an Süßigkeiten, Kuchen oder Limonade interessiert, sondern ernähren ihre Larven mit bis zu ein Pfund Insekten pro Tag und sich selbst mit Pflanzensäften. Im Nahbereich des Nestes (3-4 Meter) sollte man allerdings Erschütterungen und hektische Bewegungen vermeiden, sich außerhalb der direkten Flugbahn aufhalten und diese auch nicht verstellen.

Wie lange existiert ein Hornissenvolk und wird das Nest wieder bezogen?

Ein Hornissenvolk existiert ungefähr 6 Monate: von Anfang/Mitte Mai bis zu den ersten Nachtfrösten im Spätherbst. Zunächst beginnt eine junge Königin, die aus der Winterruhe erwacht ist, mit dem Aufbau eines Volkes. In den ersten fünf Wochen hängt das Überleben des ganzen Volkes allein von der Königin ab. Wird sie getötet oder findet sie aufgrund schlechter Wetterbedingungen zu wenig Insekten, dann stirbt die gesamte Brut. Ab Mitte/Ende Juni helfen Ihr die ersten Arbeiterinnen bei allen anfallenden Aufgaben. Bis Mitte August wächst das Volk auf ca. 300 – 700 Individuen. Jetzt werden die ersten Geschlechtstiere herangezogen. Im Spätsommer verlassen diese das Nest, um sich zu paaren. Sie kehren nicht zurück. Die begatteten Jungköniginnen suchen sich sofort ein Versteck, um zu überwintern und im
nächsten Jahr ein neues Volk zu gründen. Die Drohnen sterben bald nach der Paarung. Spätestens Anfang November ist das gesamte Volk (außer den Jungköniginnen) abgestorben. Ein verlassenes Nest wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen. Da es aber von anderen Insekten (zum Beispiel den nützlichen Florfliegen - Blattlausvernichter) zum Überwintern genutzt wird, sollte es erst im nächsten Frühjahr entfernt werden.

Was tun, bei einem Hornissennest im Garten / am Haus?

Hornissen sind nützlich, zählen zu den gefährdeten Tierarten und sind seit 1987 durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Natürliche Nistplätze sind knapp. Um die wenigen hohlen Bäume konkurrieren andere Tierarten, die ebenfalls gefährdet sind. Oftmals bleibt nur die Wahl einer künstlichen Behausung: Schuppen, Rollladenkasten, Hohlräume im Dach und hinter der Fassade. Wird die Nähe als bedrohlich empfunden, dann sollte man die Schlupflöcher rechtzeitig – vor Beginn des Nestbaus, solange die Königin auf Nahrungssuche ist – verschließen. Meistens muss man als betroffener Haus/Gartenbesitzer gar nichts tun und kann sich an den nützlichen Tieren freuen. Allerdings sollte man auf eine nächtliche Beleuchtung bei geöffnetem Fenster verzichten, weil dies allerlei Insekten und natürlich auch die nachtaktiven Hornissen anlockt. Falls das Nest an einer sehr ungünstigen Stelle sitzt, Allergiker im Haus wohnen oder eine Bedrohung subjektiv empfunden wird, sollte ein Experte zu Rate gezogen werden. In solchen Fällen kann eine Umsiedlung erfolgen.

Das Landratsamt aktualisiert jährlich seinen Leitfaden mit kurz gefassten Infos und Adressen für Betroffene, Gemeinden, Feuerwehren und Rettungsleitstelle.
Näheres unter der Rufnummer 07071/207 - 4025 und im WEB unter https://www.kreis-tuebingen.de/WespenHornissen.html. 

Allergiker sollten einen Nachweis bereithalten. In Notfällen 07071 / 19222 anrufen!

Weitere Infos erhalten Sie im Internet unter http://www.vespa-crabro.de oder http://www.hornissenschutz-bs.de oder http://www.hymenoptera.de !

Quelle: Landratsamt Tübingen