Sanierung der B 27 wird Bodelshausen vor große Herausforderungen stellen
In den kommenden Monaten steht die Sanierung der B 27 zwischen Bodelshausen und Ofterdingen an. Die damit verbundene Vollsperrung wird für unsere Gemeinde und die gesamte Region erhebliche verkehrliche Herausforderungen mit sich bringen. Viele Bürgerinnen und Bürger beschäftigen derzeit insbesondere die Diskussionen um den Gemeindeverbindungsweg zwischen Bodelshausen und Ofterdingen.
Der Gemeinderat hat sich nach intensiver Beratung dafür ausgesprochen, eine zeitlich befristete Sperrung des Gemeindeverbindungswegs während der Bauzeit mitzutragen. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Grundsätzlich setzen wir uns seit vielen Jahren für die Offenhaltung des Gemeindeverbindungswegs ein. Die bevorstehende Vollsperrung der B 27 stellt jedoch eine besondere Ausnahmesituation dar.
Ohne eine Sperrung müssten wir damit rechnen, dass täglich mehrere tausend Fahrzeuge – nach einzelnen Prognosen möglicherweise sogar über 10.000 Fahrzeuge – diesen Weg als Ausweichstrecke nutzen würden. Die Folgen wären erhebliche Belastungen für unsere Wohngebiete sowie deutliche Einschränkungen für die Sicherheit und Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner. Insbesondere im Bereich der Steigstraße, der Steinstraße sowie der Trayhstraße, die zugleich ein wichtiger Schulweg ist, wären massive Verkehrsprobleme vorprogrammiert.
Vor diesem Hintergrund halten wir die befristete Sperrung während der Bauzeit für vertretbar. Gleichzeitig ist für uns klar, dass diese Maßnahme ausschließlich für die Dauer der Sanierung der B 27 gelten kann. Nach Abschluss der Baumaßnahme erwarten wir, dass der Gemeindeverbindungsweg wieder uneingeschränkt geöffnet wird. Durch Radfahrer und die Landwirtschaft muss die Straße nach meiner Überzeugung während der gesamten Zeit genutzt werden können.
Die anstehenden Umleitungen werden für viele Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer mit längeren Fahrzeiten und zusätzlichen Belastungen verbunden sein. Dafür bitte ich bereits heute um Verständnis. Gleichwohl müssen wir alles daransetzen, unsere Wohngebiete vor einer unzumutbaren zusätzlichen Verkehrsbelastung zu schützen.
Unabhängig davon möchte ich offen ansprechen, dass ich die Prioritätensetzung bei dieser Maßnahme nur schwer nachvollziehen kann. Der Streckenabschnitt der B 27 zwischen Bodelshausen und Ofterdingen befindet sich aus meiner persönlichen, laienhaften Sicht nicht in einem Zustand, der eine derart dringliche Sanierung rechtfertigt.
Umso mehr irritiert mich die Aussage des Regierungspräsidiums, wonach für die Ortsdurchfahrt Bodelshausen bis etwa zum Jahr 2030 kein Sanierungsbedarf gesehen wird. Viele Bürgerinnen und Bürger erleben täglich den Zustand unserer Ortsdurchfahrt und weisen seit Jahren auf den bestehenden Handlungsbedarf hin. Aus meiner Sicht wäre hier eine deutlich höhere Priorität angebracht.
Noch wichtiger ist jedoch die konsequente Weiterverfolgung der geplanten vierspurigen Ortsumfahrung. Dort liegt die eigentliche Zukunftslösung für die Verkehrsprobleme unserer Region. Anstatt immer wieder neue Provisorien, Umleitungen und Übergangslösungen organisieren zu müssen, brauchen wir dauerhaft leistungsfähige Verkehrswege und eine spürbare Entlastung unserer Ortslagen.
Die Sanierung der B 27 wird uns in den kommenden Monaten fordern. Gleichzeitig sollte sie Anlass sein, die verkehrspolitischen Prioritäten in unserer Region neu zu bewerten und die wirklich zukunftsweisenden Projekte mit Nachdruck voranzubringen.
Ihr
Florian King
Bürgermeister
Pressemitteilung des Regierungspräsidiums:
B 27: Fahrbahndeckenerneuerung Anschlussstelle Bodelshausen bis Ortseingang Ofterdingen
Im Abschnitt der B 27 zwischen der Anschlussstelle Bodelshausen bis zum Ortseingang von Ofterdingen wird die Fahrbahndecke auf einer Länge von rund 3,2 Kilometern erneuert. Die Maßnahme ist für den Zeitraum von Juli bis Oktober 2026 geplant. Für die Belagsarbeiten zwischen der Anschlussstelle Bodelshausen bis zum Beginn der Vierstreifigkeit wird eine halbseitige Sperrung erforderlich. Der vierstreifige Bereich kann unter Aufrechterhaltung von je einem Fahrstreifen pro Fahrtrichtung saniert werden. Die Baukosten belaufen sich voraussichtlich auf rund 1,6 Millionen Euro.
