Weiteres Vorgehen in der Coronakrise

Die Regierungschefinnen und -chefs der Länder haben mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am 15. April darüber beraten


Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Ergebnisse der Beratungen
vorgestellt. Vorsichtig, nur schrittweise und mit viel Geduld soll Baden-Württemberg
in der Corona-Krise langsam in die Normalität zurückkehren.

Vorsichtiger Schritt zurück zur Normalität

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Die strengen Kontaktverbote sollen grundsätzlich weiter gelten
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Außerdem bleiben die Schulen für die meisten Klassen sowie die Hochschulen
und Kindergärten geschlossen
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Kleinere und mittlere Geschäfte dürfen von der kommenden Woche an
unter strengen Auflagen öffnen
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Gastronomie und Hotels bleiben geschlossen
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Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält diese nur langsame Rückkehr für gerechtfertigt.
Würde man alles schon jetzt wieder gleichzeitig öffnen, wären der „Sog in die Innenstädte und
Shopping-Center zu groß“ und das Risiko einer erneuten Infektionswelle zu hoch, sagte er nach
Beratungen von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise. „Wir fahren auf
Sicht, weil es solch eine Pandemie ja noch nie gab.“

Warnung vor zweiter Infektionswelle

Der Regierungschef warnte vor einer zweiten Infektionswelle. Nur mit einem schrittweisen
Vorgehen habe der Staat die Möglichkeit, den Verlauf der Pandemie zu steuern und gegebenenfalls
das Vorgehen zu korrigieren. Deshalb werde man sich langsam vortasten und das Handeln
immer wieder aufs Neue überprüfen.

Schrittweise Aufnahme des Schulbetriebs

Nach dem Beschluss der Länder wird der Schulbetrieb im Südwesten vom 4. Mai an stark
eingeschränkt und schrittweise wieder aufgenommen. „Wir beginnen dabei mit den Schülerinnen
und Schülern aller allgemein bildenden Schulen, bei denen in diesem oder im nächsten Jahr
die Abschlussprüfungen anstehen, sowie den Abschlussklassen der beruflichen Schulen“,
sagte Landeskultusministerin Susanne Eisenmann. „In einem nächsten Schritt sollen die
Viertklässler an die Grundschulen zurückkehren, damit der Übergang auf die weiterführenden
Schulen möglichst geordnet gestaltet werden kann.“

Die Schulen hätten durch die Entscheidung ausreichend Zeit, um sich organisatorisch wie auch
für die unabdingbaren Hygiene- und Abstandsregelungen vorzubereiten, sagte Eisenmann.
Lehrkräfte, die wegen ihres Alters, einer Vorerkrankung oder einer Schwangerschaft zur
Risikogruppe gehörten, würden bis auf Weiteres nicht unterrichten. Gleiches gelte für Schüler,
die vorerkrankt seien oder deren Eltern zur Risikogruppe gehörten.

Kleinere und mittlere Geschäfte dürfen ab Montag, 20. April 2020 unter
strengen Auflagen wieder öffnen

Kleinere und mittlere Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen
bereits ab Montag, 20. April 2020 unter strengen Auflagen wieder öffnen. Auch Autohändler,
Fahrradhändler und Buchhandlungen könnten in ihren Läden von der kommenden Woche an
und unabhängig von der Fläche Kunden betreuen und den Verkauf aufnehmen. Baumärkte und
Supermärkte hatten auch in den vergangenen Wochen geöffnet, für Friseure soll es frühestens
ab 4. Mai unter noch strengeren Hygieneauflagen weitergehen. Ziel müsse es bleiben,
die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Weitere Informationen werden mit der Änderung der Corona-Verordnung (voraussichtlich am Wochenende) folgen.

Quelle: dpa/lsw und Landesseite Baden-Württemberg